Unsere erste Nacht auf den Philippinen in Manila war vor allen Dingen eines: heiß. Der Ventilator unseres einfachen B&Bs schenkte uns bei gefühlten 40°C nur wenig Abkühlung. Am nächsten Morgen flogen wir nach Dumaguete auf Negros. Diese Insel gehört zu der Inselgruppe der Visayas. Dort verbrachten wir eine unglaublich laute Nacht in einem Hostel (unser Zimmer lag an der Straße und die Filipinos lieben Motorroller). Wir hatten uns nach intensivem Studium des Reiseführers und des Internets dafür entschieden, nach Apo Island weiter zu reisen. Dies ist eine 72 ha kleine Insel vor Negros und uns war definitiv danach, die Stadt zu verlassen und endlich auszuspannen. Nach einem kurzen Telefonat mit einer Angestellten des Apo Island Beach Resorts ging es mit dem öffentlichen Bus vom Busbahnhof Dumaguetes aus nach Malatapay Beach (etwa 25 km entfernt) und von dort mit einem Boot des Resorts auf die Insel. (Wer in der Hauptsaison nach Apo reisen möchte, sollte sich im Vorhinein um eine Unterkunft kümmern da die Insel beliebt ist und es nur eine recht limitierte Anzahl an Betten gibt.)
Auf Apo gibt es keine Autos und nur von 18:00-11:00 abends Strom, kein laufendes Wasser sondern nur Eimer mit Süßwasser für die tägliche Dusche und Eimer mit Salzwasser für die tägliche Toilette – Apo is remote! Das Apo Island Beach Resort ist von den anderen Hotels und Hostels auf der Insel durch eine Felswand getrennt und es gibt kein WiFi – Apo Island Beach Resort is even more remote! Genau das, was wir uns vorgestellt hatten.
Wir bezogen nach einer furiosen, in etwa halbstündigen Fahrt mit dem Boot (es war doch recht wellig) und unserem ersten San Miguel die ‚Native Cottage‘ des Resorts. Eine einfache, aber hübsche Hütte mit direktem Blick aufs Wasser. Nach dem ersten Bad im Pazifik und einem leckeren, leider nicht im Resortpreis inkludiertem, Abendessen waren wir dann doch recht müde von den Reisestrapazen. Die erste Nacht war auch hier auf Apo unglaublich heiß. Der Ventilator ging nachts aus und es gestaltete sich unheimlich schwer, dann schlafen zu können. Irgendwann fing es an zu gewittern und die Luft kühlte etwas ab, ein wahrer Segen.

Am nächsten Tag hieß es dann direkt vor dem Frühstück: Schnorcheln! Denn dafür ist Apo bekannt. Und in der Tat, das Riff ist in einem erstaunlich guten Zustand (Apo ist ein Meeresschutzgebiet). Das große Highlight auf Apo sind die Meeresschildkröten die sich hier am Riff ihre Malzeiten schmecken lassen. Es ist eine wahre Freude, die Tiere dabei beobachten zu können. Leider gibt es immer wieder andere Schnorchler, die es nicht beim Beobachten belassen und die Tiere anfassen. Die Tiere reagieren jedoch relativ gelassen darauf, sie scheinen an Menschen gewöhnt zu sein.

Apo Island hat all unsere Alltagssorgen und die Reisestrapazen innerhalb eines Tages ausgelöscht. Wir schnorchelten jeden Tag in kristallklarem Wasser und konnten immer mindestens eine Meeresschildkröte beobachten. Wir entspannten in der Hängematte, spazierten am Strand entlang und aßen bei den schönsten Sonnenuntergängen am Strand unseres Resorts. Die Verpflegung und auch das Süßwasser kommt jeden Tag über Boote nach Apo Island, daher waren nicht immer alle Gerichte auf der Karte erhältlich. Es gab zwar nur zwei vegetarische Gerichte (für mich sehr relevant, da ich weder Fleisch noch Fisch esse) doch für philippinische Verhältnisse ist das schon wirklich enorm wie ich im Verlauf unserer Reise noch feststellen sollte.

Nach drei Tagen entschlossen wir uns dann schweren Herzens dazu, Apo zu verlassen und unsere Reise fortzusetzen. Die Planung gestaltete sich ohne Internet etwas schwieriger als sonst. Die anderen Hotels der Insel haben zwar WiFi, dieser Luxus ist jedoch einzig den Gästen vorbehalten. Wir entschlossen uns also nach erneutem Reiseführerstudium für die Weiterreise nach Siquior, eine andere Insel der Visayas.